
Ein Produkt ist nie nur das, was es ist. Wer es auf drei Achsen betrachtet — was es ist und was es nicht ist, woher es kommt und wohin es geht, in welchem Umfeld es steht — findet Möglichkeiten, die vorher nicht sichtbar waren.
Die drei Achsen, angewandt auf ein Produkt
Das Beispiel aus dem Handbuch
Cornflakes waren ursprünglich kein Frühstück. Sie entstanden als Krankenhauskost — als etwas, das leicht verdaulich sein sollte. Erst die Verschiebung auf der Zeitachse machte aus der Diätkost der Vergangenheit das Familienfrühstück der Zukunft, und erst die Verschiebung des Umfelds machte aus dem Sanatorium den Supermarkt.
Das Produkt blieb dasselbe. Verändert hat sich, in welchem Rahmen es betrachtet wurde. Genau das ist die Frage, die im Seminar auf das eigene Produkt angewendet wird.
Der häufigste Denkfehler
Die Achse „was es nicht ist“ wird übersprungen, weil sie unproduktiv wirkt. Sie ist die ergiebigste. Wer aufschreibt, was das eigene Produkt ausdrücklich nicht ist, findet die Grenzen, die niemand je überprüft hat — und dahinter liegt meist der neue Markt.
Was eine Führungskraft damit macht
Sie lässt die drei Achsen nicht nur auf Produkte anwenden, sondern auf Rollen. Was ist diese Stelle, was ist sie nicht, was war sie früher, was könnte sie werden, in welchem Umfeld steht sie? Stellenbeschreibungen, die so entstehen, halten länger.
Die Übung aus dem Seminar
Wie vielseitig ist Ihr Produkt? Skizzieren Sie die drei Ebenen für Ihr eigenes Produkt. Erst „was es ist“, dann „was es nicht ist“, dann die Zeit, dann das Umfeld. Vier Felder, fünfzehn Minuten.
Das passt dazu
Im Seminar üben
Die drei Achsen sind in fünf Minuten erklärt. Beim eigenen Produkt hängt man erfahrungsgemäß bei „was es nicht ist“ — dort hilft eine Gruppe.
Quellen
Im Seminarhandbuch, Kapitel Vielseitigkeit, Seite 61, mit der Übung „Wie vielseitig ist dein Produkt?“.
Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/wie-vielseitig-ist-ihr-produkt/
