Das VAKOG-Modell

Elefant — Sinnbild für Empathie

ELEFANTEMPATHIEHendrik Dekkers Beratung und Training

VAKOG steht für die fünf Sinne, über die wir Eindrücke aufnehmen: visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch. Jeder Mensch hat einen bevorzugten Kanal — wer ihn trifft, wird verstanden.

WORUM ES GEHTDrei Menschen, drei KanäleDer eine will es sehen, der nächste hören, der dritte fühlen.Wer alle drei bedient, muss nicht raten.
01SEHENIch sehe schon, wiedas aussieht.Wer in Bildern denkt, will es gezeigt bekommen — nichterklärt.
02HÖRENDas klingtnachvollziehbar.Wer in Tönen denkt, achtet darauf, wie die Begründungklingt.
03FÜHLENDas fühlt sichrichtig an.Wer übers Gefühl geht, braucht kein weiteres Argument.Oder gar keines.
DAS ERGEBNISMAN MUSS DEN KANALNICHT ERRATEN.Es genügt, alle drei in einem Satz anzubieten. Dann istfür jeden etwas dabei.

Die fünf Kanäle

FÜNF KANÄLEvisuellsehen„Ich sehe schon,wie das aussieht.“auditivhören„Das klingtnachvollziehbar.“kinästhetischfühlen„Das fühlt sichrichtig an.“olfaktorischriechen„Hier riecht esnach Arbeit.“gustatorischschmecken„Das lasse ich mirauf der Zungezergehen.“Die ersten drei kommen im Gespräch fast immer vor, die letzten beiden selten — aber wirkungsvoll.
Jeder hat einen Lieblingskanal. Wer alle anbietet, muss ihn nicht erraten.

Umsetzung

Visuell. Verkäufer können visuell orientierten Kunden Produkte mit attraktiven, farbenfrohen Präsentationen oder Demonstrationen vorstellen. Online gehören hochwertige Bilder und Videos dazu.

Auditiv. Auditive Ansprache gelingt durch überzeugende Gespräche, durch Klang und Ton in Werbematerialien oder durch Geschichten, die zum Zuhören anregen.

Kinästhetisch. Produkte zum Anfassen und Ausprobieren anbieten. Ebenso wirkt eine angenehme Atmosphäre im Verkaufsraum mit bequemen Sitzgelegenheiten auf die Kaufentscheidung.

Olfaktorisch und gustatorisch. Geruch und Geschmack sind die unterschätzten zwei. Frischer Kaffee, ein Duft im Raum, etwas zum Kosten — sie wirken, bevor jemand darüber nachdenkt.

Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Dieselbe Beratung, zwei Menschen. Der eine sagt nach zehn Minuten: „Haben Sie das auch zum Ansehen?“ Der andere: „Darf ich das einmal in die Hand nehmen?“ Wer beim ersten das Muster holt und beim zweiten den Prospekt aufschlägt, hat beide verloren — obwohl er dasselbe erklärt hat.

Der häufigste Denkfehler

Niemand ist „ein Visueller“. Das Modell wird gern zur Schublade gemacht: Typ bestimmen, Typ bedienen, fertig. So funktioniert es nicht. Jeder Mensch benutzt alle Kanäle und wechselt je nach Lage — beim Autokauf zählt das Sitzen, bei der Software das Sehen.

Die zweite Falle ist, VAKOG als Wissenschaft auszugeben. Es stammt aus dem Neurolinguistischen Programmieren, und die Annahme fester Sinnestypen ist in der Forschung nicht belegt. Als Beobachtungshilfe bleibt es trotzdem wertvoll: Es lenkt die Aufmerksamkeit darauf, welche Worte jemand benutzt — „das sehe ich anders“, „das klingt gut“, „da habe ich kein gutes Gefühl“ — und wie man darauf antwortet.

Was eine Führungskraft damit macht

  • Auf die Verben hören. Menschen verraten ihren Kanal in jedem zweiten Satz.
  • Wichtige Botschaften über mehrere Kanäle geben: sagen, zeigen, machen lassen.
  • In Besprechungen etwas zum Ansehen mitbringen — und etwas zum Angreifen.
  • Bei Widerspruch den Kanal wechseln, bevor Sie die Argumente wiederholen.

Zwei Übungen aus dem Handbuch

Umsetzung VAKOG: Finden Sie konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in Ihrem beruflichen Umfeld — je eine pro Kanal.

Kombiniere DISG und VAKOG: Welche Sinne passen zu welchem Menschentyp? Schärfe alle deine Sinne und Typen gleichermaßen.

Woher es kommt

VAKOG stammt aus dem Neurolinguistischen Programmieren, das Richard Bandler und John Grinder in den 1970er Jahren entwickelten. Im Seminarhandbuch steht es im Kapitel Empathie direkt nach dem DISG-Modell — die beiden gehören zusammen.

Das passt dazu

Im Seminar üben

Die fünf Kanäle merkt man sich in zwei Minuten. Im Gespräch zu hören, welcher gerade gemeint ist, braucht Übung.

Quellen

Richard Bandler und John Grinder, Neurolinguistisches Programmieren, 1970er Jahre.

Im Seminarhandbuch, Kapitel Empathie, Seite 23, mit zwei Übungen.

Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/vakog-modell/