Die sieben Säulen der Resilienz

Nashorn — Sinnbild für Resilienz

NASHORNRESILIENZHendrik Dekkers Beratung und Training

Resilienz heißt, etwas von sich abprallen zu lassen. Sieben Säulen beschreiben, woran sich das festmachen lässt: Akzeptanz, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Networking und Beziehungen, Zukunftsplanung und Orientierung an Lösungen. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich trainieren.

WORUM ES GEHTEin Montag, vier SäulenResilienz ist kein Charakterzug, den man hat oder nicht hat.Es sind Gewohnheiten. Fritz braucht an diesem Montag vierdavon.
017.40 UHRProjekt verschoben. Drei Monate Arbeit, einfach so.Eine Mail, zwei Zeilen. Der ganze Frühling warumsonst.
02AKZEPTANZDie Entscheidung ist gefallen. Dagegen kommst du nicht mehran.Akzeptieren heißt nicht gutheißen. Es heißt aufhörenzu verhandeln.
03SELBSTWIRKSAMKEITGut. Was liegt dann überhaupt noch bei mir?Die erste brauchbare Frage des Tages. Sie kommt nachdem Ärger, nicht davor.
04NETZWERKIch kenne jemanden, der genau das gerade sucht.Die tragfähigste der sieben Säulen ist die, die mannicht allein baut.
05LÖSUNGENDann biete ich es eben dort an.Dasselbe Projekt, anderer Kunde. Die Arbeit war nichtumsonst, nur zu früh.
DAS ERGEBNISAM ABEND IST DAS PROJEKT NICHT ZURÜCK.ABER FRITZ IST ES.Vier Säulen an einem Tag. Keine davon hatte er von Geburtan.

Die sieben Säulen im Überblick

DIE SIEBEN SÄULEN1Akzeptanz„Es ist,wie es ist.“2Optimismus„Es wirdwieder besser.“3Selbstwirk-samkeit„Ich kannetwas tun.“4Eigenver-antwortung„Es liegtbei mir.“5Netzwerk„Ich fragejemanden.“6Zukunfts-planung„Was kommtdanach?“7Lösungs-orientierung„Was gehtstattdessen?“dazu als achte Säule: Achtsamkeit
Sieben Haltungen, sieben Sätze — jede Säule lässt sich einzeln üben.

1 · Akzeptanz

Die Realität des Lebens akzeptieren, wie sie ist. Anerkennen, wenn etwas nicht veränderbar ist — und diese nicht veränderbaren Dinge wohlwollend annehmen.

2 · Optimismus

Unerwartetes als Chance werten. Enttäuschungen als Erfahrung werten.

3 · Selbstwirksamkeit

Gewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen. Die Gewissheit, dass es an einem selbst liegt, wie es ausgeht.

4 · Eigenverantwortung

Für seine Handlungen, Gefühle und Aussagen einstehen und die Verantwortung dafür übernehmen. Heraus aus der Opferrolle, hin zur Selbstkontrolle.

5 · Networking und Beziehungen

Pflege von tragfähigen Beziehungen. Das echte Interesse an Menschen. Die Bereitschaft, sich zu öffnen und einander zu unterstützen. Das stabilisiert das Leben und gibt Sicherheit.

6 · Zukunftsplanung

Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Die Gegenwart bewusst erleben und die Zukunft entsprechend den eigenen Werten, Zielen und Visionen planen. Flexibel sein und die eigene Entwicklung voranzutreiben. Rückschläge als Lernaufgaben betrachten.

7 · Orientierung an Lösungen

Aktiv an der Bewältigung von herausfordernden Situationen arbeiten. Vielschichtig denken. Mehrere Lösungsansätze für ein Problem sehen — dadurch erhöhen sich die Handlungsalternativen.

Dazu als Achte: Achtsamkeit

Im Seminarhandbuch steht die Achtsamkeit als Zusatz neben den sieben Säulen — mit Selbstmitgefühl, der Wahrnehmung der eigenen Atmung, dem gedanklichen Fotografieren und der 5-4-3-2-1-Formel. Sie ist keine achte Säule, sondern das, was die anderen sieben trägt.

Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Zwei Kollegen verlieren dasselbe Großprojekt. Der eine schreibt drei Tage lang Mails darüber, wer den Fehler gemacht hat. Der andere ruft am zweiten Tag die Kundin an und fragt, was beim nächsten Mal anders sein müsste.

Beide sind gleich getroffen. Der Unterschied liegt bei Säule vier und sieben — Eigenverantwortung statt Opferrolle, und die Frage nach der Lösung statt nach der Schuld.

Der häufigste Denkfehler

Resilienz heißt nicht aushalten. Das Wort kommt aus der Werkstoffkunde: resilire, zurückspringen. Gemeint ist ein Material, das nach der Belastung seine Form wiederfindet — nicht eines, das dauerhaft unter Druck steht. Wer Resilienz als Belastbarkeit verkauft, benutzt das Wort, um Zustände zu rechtfertigen, die zu ändern wären.

Der zweite Irrtum: Resilienz sei Veranlagung. Die sieben Säulen sind sieben Gewohnheiten, und Gewohnheiten lassen sich ändern. Genau deshalb steht im Seminarhandbuch zu jeder Säule eine Übung.

Was eine Führungskraft damit macht

  • Nach einem Rückschlag zuerst Säule fünf bedienen: hingehen, fragen, da sein. Alles andere hat Zeit.
  • In der Besprechung die Frage nach der Lösung vor die Frage nach der Ursache stellen. Die Ursache braucht man auch — aber später.
  • Vorhersehbarkeit ist Resilienzförderung. Wer weiß, was kommt, hält mehr aus.
  • Arbeitsbedingungen, die dauerhaft überfordern, sind kein Resilienzproblem der Belegschaft.

Eine Übung

Gehen Sie die sieben Säulen der Reihe nach durch und geben Sie jeder eine Schulnote. Bei der schlechtesten überlegen Sie eine einzige Sache, die Sie diese Woche tun könnten. Nicht drei. Eine.

Wenn eine Belastung länger anhält und den Alltag bestimmt, gehört das in fachliche Begleitung und nicht in ein Seminar.

Woher es kommt

Die Einteilung folgt der Darstellung von Emilia Morel, Die 7 Säulen der Resilienz, und ist im Seminarhandbuch im Kapitel Resilienz ausgeführt — mit einer Übung zu jeder Säule. In der Big-Five-Methode steht dafür das Nashorn: stehen bleiben, wenn dich etwas trifft.

Das passt dazu

Im Seminar üben

Die sieben Säulen sind schnell gelesen. Herauszufinden, welche bei Ihnen gerade trägt und welche nicht, geht besser mit anderen.

Quellen

Emilia Morel: Die 7 Säulen der Resilienz.

Ausführlich im Seminarhandbuch, Kapitel Resilienz, mit einer Übung zu jeder Säule.

Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/sieben-saeulen-der-resilienz/