Die Kunst des Krieges

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Zehn Grundsätze aus einer Schrift von etwa 500 vor Christus. Sunzi schreibt über Feldzüge — gemeint ist im Seminar die Vorbereitung auf schwierige Gespräche und Verhandlungen.

WORUM ES GEHTSunzi klingt martialisch und meint VorbereitungDie Kunst des Krieges handelt davon, wie man einen Kampfvermeidet. Das macht sie für Verhandlungen brauchbar.
01OHNE PLANWir gehen rein undziehen es durch.Wer ohne Lagebild losgeht, gewinnt höchstens zufällig.
02AUFKLÄRUNGWas will die andereSeite eigentlich?Die halbe Arbeit ist getan, bevor das erste Wortfällt.
03DER BESTE AUSGANGDann brauchen wir garnicht zu streiten.Wenn beide bekommen, was sie brauchen, war der Kampfüberflüssig.
DAS ERGEBNISDIE HÖCHSTE KUNST IST NICHT,JEDE SCHLACHT ZU GEWINNEN.Sondern sie gar nicht erst führen zu müssen.

Die zehn Grundsätze nach Sunzi

DIE ZEHN GRUNDSÄTZE1Stell dich dem Kampf!Die Auseinandersetzung, die man vermeidet, sucht einen später zu schlechteren Bedingungen auf.2Führe andere in den Kampf!Wer vorangeht, bestimmt das Gelände. Wer folgt, bestimmt nichts.3Handle umsichtig!Vor dem Zug kommt die Lage. Immer in dieser Reihenfolge.4Halte dich an die Tatsachen!Die Annahme über den anderen ist nicht der andere.5Sei auf das Schlimmste vorbereitet!Wer den schlechtesten Ausgang durchdacht hat, verhandelt ruhiger.6Handle rasch und unkompliziert!Der einfache Plan, der ausgeführt wird, schlägt den guten, der noch geprüft wird.7Brich die Brücken hinter dir ab!Ein offener Rückweg kostet Entschlossenheit.8Sei innovativ!Wer sich wiederholt, wird berechenbar.9Sei kooperativ!Verbündete sind billiger als Siege.10Lass dir nicht in die Karten sehen!Nicht alles, was man weiß, muss man sagen.
Die zehn Grundsätze in der Reihenfolge des Seminarhandbuchs. Die Erläuterungen sind auf Kommunikation übertragen.

Indem Unternehmen diese Prinzipien in ihre Kommunikationsstrategien einfließen lassen, können sie eine effektivere, zielgerichtete Interaktion sowohl innerhalb des Unternehmens als auch mit externen Stakeholdern erreichen. Das führt zu besseren Beziehungen, einer stärkeren Marke und letztlich zu größerem geschäftlichem Erfolg.

Der häufigste Denkfehler

Sunzi wird als Kampfanleitung gelesen. Sein bekanntester Gedanke ist das Gegenteil: Der beste Sieg ist der, für den nicht gekämpft werden musste. Grundsatz neun — sei kooperativ — steht nicht als Widerspruch neben den anderen, sondern als deren Ziel. Wer die zehn Punkte als Härte versteht, hat den Text nicht gelesen, sondern den Titel.

Was eine Führungskraft damit macht

Sie bereitet Verhandlungen nach Grundsatz fünf vor: Was ist der schlechteste Ausgang, und was tue ich dann? Wer diese Antwort hat, muss im Gespräch nicht gewinnen — und gewinnt deshalb häufiger.

Eine Übung aus dem Seminar

Die Lage vor dem Zug. Nehmen Sie ein Gespräch, das Ihnen bevorsteht. Schreiben Sie auf: Was weiß ich sicher, was nehme ich nur an, was ist der schlechteste Ausgang, und was tue ich in diesem Fall?

Das passt dazu

Im Seminar üben

Die zehn Grundsätze sind schnell gelesen. Zu merken, an welcher Stelle im eigenen Gespräch man von Grundsatz vier abweicht, braucht einen Beobachter.

Quellen

Sunzi, Die Kunst des Krieges, um 500 v. Chr.

Im Seminarhandbuch, Kapitel Resilienz, Seite 38.

Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/kunst-des-krieges/