Kommunikation nach der GFK-Methode

LÖWE

LÖWETEAMWORKHendrik Dekkers Beratung und Training

Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln. Dafür formuliert man in vier Sätzen: Tatsache, Gefühl, Grundsatz, Handlung.

Die vier Sätze

VIER SÄTZE, IMMER IN DIESER REIHENFOLGE1TatsacheWas eine Kameragesehen hätte2GefühlWas es mit mir macht3GrundsatzWarum mir das wichtigist4HandlungWorum ich jetzt bitteDie Form bleibt gleich — nur der Grundsatz wechselt je nach Gegenüber.
Vier Sätze statt eines Vorwurfs. Die Reihenfolge ist nicht beliebig.

Ein Beispiel

Nicht: „Du kommst immer zu spät, das ist respektlos.“

Sondern: „Die letzten drei Besprechungen haben wir zehn Minuten später begonnen (Tatsache). Das ärgert mich (Gefühl), weil ich mich darauf verlassen möchte, dass unsere Termine halten (Grundsatz). Können wir ab Montag um neun anfangen, und wenn etwas dazwischenkommt, schreibst du kurz? (Handlung)“

WORUM ES GEHTEin Vorwurf, viermal umgebautDieselbe Sache, nur anders gesagt — und plötzlich gibt esetwas zu verhandeln statt etwas zu verteidigen.
01SO NICHTDu kommst immer zuspät, das istrespektlos.Zwei Verallgemeinerungen und ein Urteil. Fritz kannnur noch abwehren.
02TATSACHEDie letzten drei Terminebegannen zehn Minutenspäter.Nur das, was eine Kamera aufgezeichnet hätte. Dagegenlässt sich nichts sagen.
03GEFÜHLDas ärgert mich.Drei Wörter. Kein Vorwurf darin — und trotzdem stehtes im Raum.
04GRUNDSATZWeil ich mich daraufverlassen möchte, dassunsere Termine halten.Jetzt versteht Fritz, worum es wirklich geht. Vorherging es ums Zuspätkommen.
05HANDLUNGKönnen wir ab Montagum neun anfangen?Eine Bitte, auf die man Ja sagen kann. Mehr war nienötig.
DAS ERGEBNISVIER SÄTZESTATT EINES VORWURFS.Tatsache, Gefühl, Grundsatz, Handlung. Die Form bleibt —nur der Grundsatz wechselt.

Für wen die vier Sätze gedacht sind

Das Handbuch zeigt drei Richtungen, in die dieselben vier Sätze gehen: zur Kollegin und zum Kollegen, zur Kundin und zum Kunden, zur Mitarbeiterin und zum Mitarbeiter. Die Form bleibt gleich, nur der Grundsatz ändert sich — im Team geht es meist um Verlässlichkeit, beim Kunden um Klarheit, bei Mitarbeitenden um Beteiligung.

Der häufigste Denkfehler

Der dritte Satz wird übersprungen. „Tatsache, Gefühl, Bitte“ klingt vollständig — ist aber eine Beschwerde mit Forderung. Erst der Grundsatz macht die Bitte nachvollziehbar: Man bittet nicht um Pünktlichkeit, sondern um Verlässlichkeit, und Pünktlichkeit ist nur ein Weg dorthin. Wer den dritten Satz weglässt, bekommt Gehorsam statt Verständnis — und nur solange er zusieht.

Was eine Führungskraft damit macht

Sie schreibt heikle E-Mails in dieser Reihenfolge und liest sie vor dem Senden noch einmal von unten nach oben: Ist die Bitte erfüllbar? Steht der Grundsatz da? Ist das Gefühl meines und nicht eine Zuschreibung? Ist die Tatsache wirklich beobachtbar?

Die Übung aus dem Seminar

E-Mail mit Erfolg. Schreiben Sie eine E-Mail, in der Sie Ihre Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und eine konkrete Bitte ausdrücken, um eine klare und zielorientierte Kommunikation zu fördern.

Das passt dazu

Im Seminar üben

Die vier Sätze schreibt man am Schreibtisch in zehn Minuten. Sie im Konflikt zu sprechen, während der andere schon antwortet, ist die eigentliche Übung.

Quellen

Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens.

Im Seminarhandbuch, Kapitel Teamwork, Seite 50, mit der Übung „E-Mail mit Erfolg“.

Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/gfk-methode/