Das DISG-Modell

Elefant — Sinnbild für Empathie

ELEFANTEMPATHIEHendrik Dekkers Beratung und Training

Das DISG-Modell ordnet Verhalten in vier Grundtypen: dominant, initiativ, stetig und gewissenhaft. Es beschreibt keine Charaktere, sondern wie jemand in einer bestimmten Lage auftritt — und wie man ihn am besten anspricht.

Die vier Typen

EXTRAVERTIERTMENSCHENORIENTIERTSACHORIENTIERTINTROVERTIERTINITIATIVkommunikativ · begeisterungsfähigoptimistischVorteile: gesellig, motivierendNachteile: kann sprunghaft wirkenDOMINANTentscheidungsfreudigdurchsetzungsstarkVorteile: risikobereit, unabhängigNachteile: übt Druck ausSTETIGzuverlässig · geduldigunterstützendVorteile: teamorientiert, ausgeglichenNachteile: entscheidet ungern schnellGEWISSENHAFTanalytisch · detailorientiertorganisiertVorteile: vorsichtig, qualitätsbewusstNachteile: braucht Zeit
Zwei Achsen, vier Felder — und in jedem ein Mensch, den Sie kennen.

Zwei Achsen spannen das Feld auf. Von oben nach unten: wie viel jemand nach außen geht. Von links nach rechts: ob ihn zuerst die Menschen interessieren oder zuerst die Sache.

  • Dominant. Entscheidungsfreudig, durchsetzungsstark, risikobereit, wettbewerbsorientiert, unabhängig. Will das Ergebnis, und zwar bald.
  • Initiativ. Kommunikativ, begeisterungsfähig, optimistisch, gesellig, motivierend. Will die Idee und die Stimmung.
  • Stetig. Zuverlässig, geduldig, unterstützend, teamorientiert, ausgeglichen. Will, dass es für alle passt.
  • Gewissenhaft. Analytisch, detailorientiert, organisiert, vorsichtig, qualitätsbewusst. Will es richtig haben.

Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Dieselbe Präsentation, vier Reaktionen.

WORUM ES GEHTVier Menschen hören dieselbe PräsentationUnd jeder hört etwas anderes heraus. Das ist keineUnaufmerksamkeit, sondern ein Muster — und es hat vierVarianten.
01DIE FOLIE… und deshalb schlageich das vor.Hendrik hat zwanzig Minuten geredet. Jetzt reden dieanderen.
02ROT · DOMINANTWas kostet es und wannläuft es?Toni will das Ergebnis. Die Begründung interessiertihn nicht.
03GELB · INITIATIVWer macht sonst nochmit?Ida fragt nach den Menschen. Ohne die anderen macht esihr keinen Spaß.
04GRÜN · STETIGWas ändert sich dadurchfür mein Team?Sepp denkt an die, die es ausbaden müssen. Immer.
05BLAU · GEWISSENHAFTAuf Folie neun stimmtdie Summe nicht.Fritz hat mitgerechnet. Natürlich hat er recht.
DAS ERGEBNISKEINER DAVON IST SCHWIERIG.ALLE VIER HÖREN ZU.Nur auf verschiedene Dinge. Wer das weiß, muss die Folienicht ändern — nur den ersten Satz.

Der häufigste Denkfehler

„Ich bin halt ein D.“ Das Modell beschreibt Verhalten, nicht Menschen. Dieselbe Person tritt im Verkaufsgespräch dominant auf, im eigenen Team stetig und beim Jahresabschluss gewissenhaft. Wer sich auf einen Buchstaben festlegt, nimmt sich die anderen drei weg.

Der zweite Irrtum ist, das Modell auf andere anzuwenden statt auf sich. Es ist kein Werkzeug zum Einsortieren, sondern eine Erinnerung: Mein Gegenüber braucht vielleicht etwas anderes als ich. Der Dominante will die Zahl zuerst, der Gewissenhafte die Herleitung. Beides ist dieselbe Information, nur anders sortiert.

Was eine Führungskraft damit macht

  • Beim Dominanten mit dem Ergebnis beginnen, die Begründung danach anbieten.
  • Beim Initiativen das Bild zeichnen und Menschen nennen, nicht nur Zahlen.
  • Beim Stetigen vorher sagen, was sich ändert, und Zeit zum Ankommen lassen.
  • Beim Gewissenhaften Unterlagen mitschicken, bevor Sie eine Entscheidung erwarten.
  • In jedem Team sitzen alle vier. Ein Beschluss, der nur einen Typ anspricht, trägt nicht.

Eine Übung

Aus dem Seminarhandbuch: ein Rollenspiel zu zweit. Einer beginnt ein Gespräch und wärmt es auf, der andere wählt heimlich eine der vier Persönlichkeiten. Danach raten und vergleichen. Die zweite Runde geht über den Raum: Was spricht welche Persönlichkeit an — in der Auslage, am Tisch, in den Unterlagen?

Woher es kommt

Das Modell geht auf William Moulton Marston zurück und wurde von Prof. Dr. John G. Geier zum heutigen Verfahren ausgebaut. Im Seminarhandbuch steht es im Kapitel Empathie, direkt neben dem VAKOG-Modell — beide beantworten dieselbe Frage: Wie muss ich es sagen, damit es bei diesem Menschen ankommt?

Das passt dazu

Im Seminar üben

Die vier Typen erkennt man nach einer halben Stunde. Sich im Gespräch umzustellen, während man nebenbei verkauft, ist die eigentliche Übung.

Quellen

William Moulton Marston: Emotions of Normal People (1928) — Grundlage des Modells.

Prof. Dr. John G. Geier: Ausbau zum heutigen Verfahren.

Im Seminarhandbuch, Kapitel Empathie, Seite 22, mit Übung.

Stand: September 2026 · dekkers.at/wissen/disg-modell/