Übung · Empathie

Die Ich-Botschaft
in vier Sätzen.

Kritik scheitert selten am Inhalt. Sie scheitert daran, wie sie ankommt. Vier Schritte, die auch dann tragen, wenn es unangenehm wird – füllen Sie sie hier mit Ihrem eigenen Fall.

DIESELBE SACHE, ZWEI SÄTZEDu-Botschaft„Du bist zu spät."„Du kannst das nicht."„Du hast einen Blödsinn gemacht."Ich-Botschaft„Ich warte seit zehn Minuten."„Ich bin unsicher, ob das reicht."„Ich sehe hier ein Problem."→Die Du-Botschaft wertet die Person. Die Ich-Botschaft beschreibt die Sache.
Wer mit „Du" beginnt, bekommt Verteidigung zurück. Wer mit „Ich" beginnt, bekommt eine Antwort.
Ihre Ich-Botschaft4 Schritte · etwa 5 Minuten

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Elefant · Empathie. Kritik scheitert selten am Inhalt. Sie scheitert daran, wie sie ankommt. Wer mit „Du machst immer …“ beginnt, bekommt Verteidigung statt Veränderung.

Marshall Rosenberg hat dafür ein Muster beschrieben, das ich in Seminaren seit Jahren verwende. Es hat vier Sätze, immer in dieser Reihenfolge.

Die vier Sätze

  1. Beobachtung. Was ist tatsächlich passiert? Ohne Wertung, ohne „immer“ und „nie“. So, wie es eine Kamera aufgezeichnet hätte.
  2. Gefühl. Was löst das bei Ihnen aus? „Ich bin verärgert“, nicht „Du ärgerst mich“.
  3. Bedürfnis. Warum trifft es Sie? Dahinter steht fast immer etwas, das Ihnen wichtig ist: Verlässlichkeit, Respekt, Klarheit.
  4. Bitte. Was genau soll ab jetzt anders sein? Konkret, machbar, in der Gegenwart.

Ein Beispiel

Die Unterlagen sind gestern um 18 Uhr gekommen statt am Vormittag. Ich war unter Druck, weil ich sie für die Sitzung gebraucht hätte. Verlässliche Zusagen sind mir wichtig. Können wir vereinbaren, dass Sie mir Bescheid geben, sobald sich ein Termin verschiebt?

Ihr Blatt

Denken Sie an ein Gespräch, das ansteht. Schreiben Sie die vier Sätze auf – von Hand, nicht im Kopf. Der Unterschied ist erstaunlich.

  • Beobachtung: ________________________________________
  • Gefühl: ________________________________________
  • Bedürfnis: ________________________________________
  • Bitte: ________________________________________

Der häufigste Fehler

„Ich habe das Gefühl, dass du unzuverlässig bist“ ist kein Gefühl, sondern ein verkleideter Vorwurf. Gefühle sind Wörter wie enttäuscht, erleichtert, unsicher, ärgerlich. Wenn nach „ich fühle mich“ ein „dass“ folgt, stimmt etwas nicht.

Nach Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation. Im Seminar üben wir das an Ihren eigenen Fällen – siehe Firmenseminare.

Wann Sie diese Übung brauchen

Immer dann, wenn Sie etwas ansprechen wollen, das Sie stört – und das Gegenüber trotzdem zuhören soll. Im Team, in der Führung, zu Hause. Es gehört zur Dimension Empathie der Big-Five-Methode.

Das passt dazu

Alle Übungen finden Sie in der Übungssammlung. Ausführlich nachlesen können Sie das in den Büchern – das erste Kapitel ist kostenlos.

Im Seminar üben

Lesen ist der Anfang, Üben ist der Weg. Am intensivsten arbeiten wir daran im Seminar Die Big Five der Kommunikation im Team. Alle Formate im Überblick: Firmenseminare, offene Seminare und Workshops.

Weiterüben

Das passt dazu

Alle Übungen finden Sie in der Übersicht. Ausführlich nachlesen können Sie das in den Büchern – das erste Kapitel ist frei.

WORUM ES GEHTEin Wort am Satzanfang entscheidet„Du" beginnt einen Kampf. „Ich" beginnt ein Gespräch. DieselbeSache, zwei völlig verschiedene Abende.
01DU-BOTSCHAFTDu hörst nie zu!Der Satz trifft die Person. Übrig bleibt nur Abwehr.
02ICH-BOTSCHAFTIch komme geradenicht durch.Dieselbe Lage, als eigene Beobachtung. Darüber lässtsich reden.
03DIE WIRKUNGEntschuldige — erzählnoch mal.Ohne Angriff braucht es keine Verteidigung. Das istdie ganze Mechanik.
DAS ERGEBNISEIN WORT WENIGER ANGRIFF,EIN GESPRÄCH MEHR.Die kürzeste Änderung mit der größten Wirkung — und die amschwersten einzuhaltende.
Im Seminar

Üben Sie es an
Ihren eigenen Fällen.

Lesen ist der Anfang. Was hier steht, funktioniert – aber es sitzt erst, wenn man es mit anderen probiert hat.