Das Drama-Dreieck
verlassen.
Dieselben Konflikte laufen immer wieder gleich ab, weil drei Rollen einander bedingen. Tippen Sie auf eine Rolle – und sehen Sie, wo der Ausgang liegt.
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Löwe · Teamwork. Manche Konflikte im Team enden nie. Sie drehen sich, die Rollen wechseln, aber es ändert sich nichts. Stephen Karpman hat beschrieben, warum: Die Beteiligten stehen in einem Dreieck aus drei Rollen und reichen sie einander weiter.
Die drei Rollen
- Opfer. „Ich kann da nichts machen.“ Gibt Verantwortung ab und wartet auf Rettung.
- Retter. „Lass mich das für dich erledigen.“ Hilft ungefragt und hält den anderen damit klein.
- Verfolger. „Du bist schuld.“ Sucht den Fehler bei der Person statt bei der Sache.
Warum es sich dreht
Jede Rolle braucht die anderen. Der Retter braucht ein Opfer, sonst hat er keine Aufgabe. Wird er nicht dankbar genug behandelt, wird er selbst zum Verfolger. Das Opfer wechselt in die Anklage. Und so weiter. Deshalb fühlen sich solche Gespräche bekannt an, obwohl das Thema jedes Mal ein anderes ist.
Der Ausstieg
- Rolle erkennen. In welcher stecke ich gerade? Der erste ehrliche Blick geht nach innen, nicht auf die anderen.
- Verantwortung sortieren. Was liegt in meinem Einflussbereich, was nicht? Nur das Erste ist verhandelbar.
- Bitte statt Vorwurf. „Ich brauche bis Freitag eine Rückmeldung“ statt „Du meldest dich nie“.
- Hilfe anbieten, nicht aufdrängen. „Möchtest du, dass ich mitschaue?“ lässt dem anderen die Verantwortung.
Eine Übung für das Team
Drei Personen, ein harmloser Anlass – jemand hat die fremde Schokolade aus dem Kühlschrank gegessen. Jede Person übernimmt eine Rolle und spielt sie zwei Minuten. Dann wird getauscht. Wer zusieht, schreibt mit. Die Auswertung danach ist unterhaltsamer und lehrreicher, als man denkt.
Nach Stephen Karpman, Drama Triangle. Wir spielen das beim Team Building durch – siehe Die Big Five Team Building.
Die Sätze, die aus diesen drei Rollen sprechen, stehen gesammelt hier: Zwanzig Sätze, die im Kopf bremsen.
Häufige Fragen zum Drama-Dreieck
Was ist das Drama-Dreieck?
Ein Muster, in dem sich ein Konflikt zwischen drei Rollen dreht: Opfer, Retter und Verfolger. Jede Rolle braucht die anderen, deshalb läuft das Gespräch immer wieder gleich ab, obwohl das Thema wechselt.
Wer hat das Drama-Dreieck beschrieben?
Der amerikanische Psychiater Stephen Karpman, 1968. Deshalb heißt es auch Karpman-Dreieck. Es stammt aus der Transaktionsanalyse und beschreibt Beziehungsmuster, keine Persönlichkeiten.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Ein Mitarbeiter schafft eine Aufgabe nicht („Ich kann da nichts machen" — Opfer). Die Kollegin erledigt sie für ihn (Retter). Als niemand es bemerkt, wird sie laut („Immer bleibt alles an mir hängen" — Verfolger). Der Mitarbeiter fühlt sich angegriffen und rutscht noch tiefer in die Opferrolle. Das Karussell dreht sich.
Wie steigt man aus?
Mit vier Schritten: die eigene Rolle erkennen, Verantwortung sortieren, eine Bitte statt eines Vorwurfs formulieren und Hilfe anbieten statt aufdrängen. Sobald einer der drei aussteigt, hält das Muster an — die anderen zwei allein tragen es nicht weiter.
Wann Sie diese Übung brauchen
Wenn dieselben Konflikte immer wieder gleich ablaufen. Sobald Sie die drei Rollen erkennen, können Sie aussteigen – das genügt oft schon. Es gehört zur Dimension Flexibilität der Big-Five-Methode.
Das passt dazu
Alle Übungen finden Sie in der Übungssammlung. Ausführlich nachlesen können Sie das in den Büchern – das erste Kapitel ist kostenlos.
Im Seminar üben
Lesen ist der Anfang, Üben ist der Weg. Am intensivsten arbeiten wir daran im Seminar Die Big Five für Führungskräfte. Alle Formate im Überblick: Firmenseminare, offene Seminare und Workshops.
Das passt dazu
Üben Sie es an
Ihren eigenen Fällen.
Lesen ist der Anfang. Was hier steht, funktioniert – aber es sitzt erst, wenn man es mit anderen probiert hat.
