Am Küchentisch sitzen zwei Menschen, die sich seit vierzig Jahren kennen. Der eine hat den Betrieb aufgebaut. Die andere soll ihn übernehmen. Und beide reden seit Monaten aneinander vorbei, obwohl sie dasselbe wollen.
Das ist kein Streit über Zahlen. Es ist ein Gespräch, in dem zwei Rollen durcheinandergeraten: Vater und Chef, Tochter und Nachfolgerin. Wer gerade wen anspricht, weiß oft keiner der beiden.
Warum es im Familienbetrieb schwerer ist
In einem normalen Unternehmen können Sie nach einer harten Besprechung nach Hause fahren. Im Familienbetrieb sitzen Sie am Abend mit derselben Person am Tisch. Konflikte werden deshalb nicht ausgetragen, sondern aufgeschoben — und was aufgeschoben wird, wächst.
Dazu kommt die Geschichte. In einem Satz über die neue Maschine steckt manchmal ein Satz von vor zwanzig Jahren. Das Gegenüber hört beides, antwortet aber nur auf eines.
Im Familienbetrieb verhandeln nie zwei Personen. Es verhandeln immer zwei Rollen und zwei Geschichten.
Worum es tatsächlich geht
Fast immer um dieselben drei Fragen. Wer entscheidet was, und ab wann? Woran merkt der Übergebende, dass er gebraucht wird, wenn er nicht mehr entscheidet? Und wie sagt die nächste Generation, dass sie etwas anders machen will, ohne dass es klingt wie ein Urteil über die vorige?
Diese Fragen lassen sich besprechen. Sie lassen sich nur schlecht nebenbei besprechen, zwischen Tür und Angel im laufenden Betrieb.
Wie so ein Tag aussieht
- Ein Tag, meist zu zweit oder zu dritt, gelegentlich mit einer Führungskraft von außerhalb der Familie.
- Wir trennen die Rollen: Was gehört dem Betrieb, was gehört der Familie. Das klingt einfach und ist die halbe Arbeit.
- Wir üben die Gespräche, die anstehen. Nicht theoretisch — die echten, mit den echten Sätzen.
- Am Ende steht, wer was entscheidet und wann das nächste Mal darüber gesprochen wird.
Der Ort ist dabei wichtiger als sonst. Nicht im Betrieb, wo das Telefon läutet und jeder seine Rolle anhat. Der Seminarraum im Schloss Pöllau ist auch deshalb neutral, weil er niemandem gehört.
Für wen das passt
Für Betriebe, in denen eine Übergabe ansteht oder gerade läuft. Für Geschwister, die gemeinsam führen sollen. Für Ehepaare, die zusammen arbeiten. Und für alle, bei denen ein Thema seit Jahren umkreist und nie ausgesprochen wird.
Nicht passt es, wenn bereits Anwälte im Spiel sind. Dann geht es um Recht, und dafür bin ich der Falsche.
Wie es weitergeht
Rufen Sie an: +43 660 436 37 45. Im Vorgespräch klären wir, wer dabei sein sollte und ob ein gemeinsamer Tag der richtige Weg ist — oder zuerst zwei getrennte Gespräche. Das kommt vor und ist kein schlechtes Zeichen.
Die Grundlage ist die Big-Five-Methode, vor allem Empathie und Flexibilität. Verwandte Themen: Führung und Kommunikation im Team.
Zum Nachlesen
Die Modelle, mit denen in diesem Seminar gearbeitet wird, stehen öffentlich nach — mit Definition, Beispiel, dem häufigsten Denkfehler, einer Übung und den Quellen.
Der ganze Bereich: Wissen & Werkzeuge — alle Modelle von A bis Z, alle Übungen, frei zugänglich.
